Arbeitsschutzstandard COVID-19

Der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat zusammen mit dem Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Dr. Stefan Hussy, den „Arbeitsschutzstandard COVID 19“ vorgestellt. Darin sind die konkreten Anforderungen an den Arbeitsschutz während der anhaltenden Corona-Krise formuliert. Damit soll ein betrieblicher Infektionsschutzstandard etabliert werden, der die erforderlichen Schutzmaßnahmen enthält, um Beschäftigten unter Gewährung größtmöglicher Sicherheit die Wiederaufnahme der Arbeit zu ermöglichen. Folgende Punkte werden daher von der Bundesregierung empfohlen

-Der Arbeitsschutzstandard muss beim schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft dynamisch an den Pandemieverlauf angepasst werden, um das Risiko steigender Infektionszahlen und die Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems möglichst klein zu halten.

-Beratungsangebote von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit sollten genutzt werden, um die Arbeitsschutzstandards im Betrieb umzusetzen.

-Der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 m wird auch bei der Arbeit eingehalten, sowohl in Gebäuden als auch im Freien und in Fahrzeugen. Dazu werden in den Betrieben entsprechende Absperrungen, Markierungen oder Zugangsregelungen umgesetzt. Sollte dies nicht möglich sein, sind entsprechend geeignete Alternativen zu prüfen.

-Die Abläufe sind so zu organisieren, dass Beschäftigte möglichst wenige direkte Kontakte zueinander haben. Der Arbeitstag ist durch Schichtwechsel, Pausen oder Anwesenheiten im Büro möglichst zu entzerren.

-Auf keinen Fall krank zur Arbeit! Personen mit erkennbaren Symptomen (auch leichtes Fieber, Erkältungsanzeichen, Atemnot) verlassen umgehend den Arbeitsplatz bzw. bleiben zu Hause, bis der Verdacht von einem Arzt aufgeklärt ist. Die Beschäftigten haben vor Arbeitsbeginn das eigene gesundheitliche Empfinden zu prüfen, um Kollegen nicht in Gefahr zu bringen.

-Bei unvermeidbarem Kontakt ist zusätzlicher Schutz sicherzustellen. Ist eine Trennung durch Schutzscheiben nicht möglich, sind vom Arbeitgeber Mund-Nase-Bedeckungen zur Verfügung zu stellen.

-Zusätzliche Hygienemaßnahmen treffen! Waschgelegenheiten und Desinfektionsspender sind vom Arbeitgeber bereitzustellen. Kürzere Reinigungsintervalle für gemeinsam genutzte Räumlichkeiten, Firmenfahrzeuge, Arbeitsmittel und sonstige Kontaktflächen sind zu gewährleisten. Auf verbindliche Einhaltung einer „Nies-/Hust-Etikette“ ist besonders zu achten!

-Arbeitsmedizinische Vorsorge nutzen, Risikogruppen besonders schützen. Bei der individuellen Beratung beim Betriebsarzt können Vorerkrankungen und Ängste besprochen werden. Wird dem Arbeitgeber bekannt, dass ein Beschäftigter der Risikogruppe angehört, kann er die entsprechenden Schutzmaßnahmen ergreifen.

-Betriebliche Beiträge zur Pandemievorsorge sicherstellen. Um schnell auf eine Infektion reagieren zu können, erarbeiten die Arbeitgeber eine betriebliche Routine zur Pandemievorsorge und kooperieren mit den örtlichen Gesundheitsbehörden, um weitere möglicherweise infizierte Personen schnell zu identifizieren, zu informieren und ggf. zu isolieren.

-Aktive Kommunikation unter dem Motto „Gesundheit geht vor“. Arbeitgeber unterstützen aktiv die Beschäftigten. Es wird vor Ort klargestellt, dass Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten Priorität haben. Die Infektionsschutzmaßnahmen und Hinweise werden verständlich erklärt und ggf. erprobt und eingeübt.


Huettl Rechtsanwaelte